Erinnerungen

Gerhard Müller * 16.8.2019
Requiem am 18.9.2019 um 9.30 Uhr in der Wallfahrtskirche Herrgottsruh in Friedberg/Schwaben

Geboren am 3.6.1937 in Böhm.-Trübau übernahm Gerhard Müller 1971, nach dem Tod seines Vaters Otto, die Leitung der Schönhengster Heimatrunde in Augsburg mit den beliebten Veranstaltungen im "Egerländer" in Augsburg-Oberhausen. Von 1989 bis 2014 leitete er als Obmann die SL-Kreisgruppe Augsburg-Stadt, 1993 wurde er für mehrere Perioden in die SL-Bundesversammlung gewählt und war neben dem BdV-Vorsitzenden Willli Reisser Mitorganisator und Moderator der ab 2001 in Augsburg stattfindenden Sudetendeutschen Tage; weiterhin fungierte er neben dem Südmährer Franz Longin als stellvertretender Vorsitzender des Sudetendeutschen Heimatrates, der Vereinigung der sudetendeutschen Heimatlandschaften. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft verlieh ihm für seine Verdienste das große Ehrenzeichen der SL und die höchste Auszeichnung, die "Lodgmanmedaille". In Augsburg engagierte sich Müller viele Jahre in der Pfarrei "Heilig Geist" in Hochzoll, als Ehrung erhielt er die Verdienstmedaille der Stadt Augsburg und 2009 als Krönung für alle seine ehrenamtlichen Dienste aus der Hand der Bayerischen Staatsministerin D. Beate Merk das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

1991, zeitgleich mit der Gründung des Walther-Hensel-Begegnungszentrums in Mährisch-Trübau, übernahm Müller die Leitung des Schönhengster Heimatbundes in Göppingen und setzte sich in enger Zusammenarbeit mit den Oberbürgermeistern der Stadt für die Bewahrung von Geschichte und Kultur der Vertriebenen aus dem Schön-hengstgau ein. Vorbildlich ist die nun 64-jährige, gelebte Patenschaft mit der Stadt Göppingen, die ihn 2004 mit der Bürgermedaille, 2011 mit der Ehrenplakette und 2014 für seine Verdienste um die Patenschaft auszeichnete. Unter Müllers Ägide wurde der Bildband über den Schönhengstgau in Farbe neu aufgelegt, unter dem Titel "700 Jahre Schönhengstgau - Ein Schicksal in der Mitte Europas" entstand ein 50-minütiger Video-Film, später als DVD in deutscher und tschechischer Sprache herausgegeben, ab 2001 fungierte Müller als Schriftleiter der "Schönhengster Heimat" - einem der großen sudetendeutschen Heimatbriefe, bis 2012 gestaltete er das Schönhengster Jahrbuch mit interessanten, wechselnden Themen, hervorzuheben ist eine Sammlung von Kochrezepten aus der Heimat. Von den Schönhengstern erhielt er die Auszeichnung "Ehrennadel in Gold", von der Stadt Landskron die Ehrenplakette..

Gerhard Müller lebte nach dem Grundsatz von Wilhelm von Humboldt, der einmal gesagt hat: "Im Grunde sind es die menschlichen Bindungen, die dem Leben seinen Wert geben". Und eben dieses Gespräch hat Müller immer gesucht. Da waren es Otto von Habsburg, Alexander Dubcek, der teschechische Staatspräsident Vaclav Klaus, Bischöfe, Priester, viele Bürgermeister, auch im Schönhengstgau, und ganz besonders die sudetendeutschen Landsleute, mit denen er Kontakt hatte und suchte. Lieber Gerhard, ruhe in Frieden.

                                                                   Dieter Fiedler, Ziemetshausen, E-Mail: Fiedlerziem@t-online.de 

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